Dieses Rezept trägt einen Namen, weil es eine Geschichte trägt.
Die Grundlage für diese Rouladen stammt von meinem Onkel Kurt. Kurt war ein echter Feinschmecker und jemand, der Kochen geliebt hat. Nicht hektisch, nicht nebenbei, sondern mit Zeit, Aufmerksamkeit und viel Gefühl. Bei ihm durfte ein Gericht schmoren, riechen, sich entwickeln.
Kurt hat mir gezeigt, dass Essen mehr sein kann als satt werden. Dass es Seele hat. Und dass Liebe auf dem Teller landet, wenn man ihr Raum gibt. Genau deshalb heißen diese Rouladen Rouladen à la Kurt.
Es sind klassische Rindsrouladen mit kräftiger Soße, ehrlich gekocht, ohne Schnörkel, aber mit Tiefe. Dazu Kartoffelknödel halb und halb mit knusprigem Kern, in Franken liebevoll Gläißbräggerla genannt.
Ein Gericht für Sonntage, für Familie und für alle, die gutes Essen nicht hetzen wollen.
Rouladen à la Kurt – klassisches Rindsrouladen-Rezept mit Knödeln & Soße
Gang: HauptgangKüche: Fränkisch, Deutsch4
Personen2
Stunden20
Minuten2
Stunden4
Stunden20
MinutenZutaten
- Rinderrouladen und Soße
2 Zwiebeln
1 Gewürzgurke
2 Karotten
2 Stiele Staudensellerie
4 Scheiben Rinderrouladen, platt geklopft
3 EL mittelscharfer Senf
8 Scheiben fetter Speck
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 EL Butterschmalz
1 TL Tomatenmark
500 ml Rinderfond
150 ml Rotwein
3 Lorbeerblätter
1 TL Senfkörner
1 TL schwarzer Pfeffer (z. B. Mélange Noir)
4 Nelken
6 Pimentkörner
1 Prise Zucker
2 EL Butter
Schuss dunkle Sojasoße
½ TL Xanthan oder anderes Bindemittel
- Kartoffelknödel halb und halb mit Gläißbräggerla
500 g mehligkochende Kartoffeln
500 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
ca. 120 g Kartoffelstärke
2 Eigelb
Salz, Muskat
2 alte Semmeln
2–3 EL Butter
2 EL fein gehackte Petersilie
Anweisungen
- Eine Zwiebel schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. In einem kleinen Topf etwas Butter erhitzen, die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten, eine Prise Zucker zugeben und leicht karamellisieren lassen. Beiseitestellen.
- Die Gewürzgurke, Karotten und den Staudensellerie schälen beziehungsweise putzen und der Länge nach in gleichmäßige Stifte schneiden. Sie sollten etwas kürzer sein als die Breite der Rouladen.
- Die Rouladenscheiben flach auslegen, von beiden Seiten salzen und pfeffern und dünn mit Senf bestreichen. Je zwei Scheiben Speck darauflegen, etwas von den karamellisierten Zwiebeln verteilen und einige Gemüsestifte darauflegen.

- Die Rouladen straff aufrollen und mit Küchengarn oder Zahnstochern fixieren.


- In einem schweren Bräter das Butterschmalz erhitzen und die Rouladen bei mittlerer bis hoher Hitze von allen Seiten kräftig anbraten, bis sie schön gebräunt sind. Herausnehmen und beiseitestellen.
- Die zweite Zwiebel und eine Karotte grob würfeln, in den Bräter geben und im Bratfett anrösten. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten, bis es aromatisch duftet.
- Mit einem Teil des Rotweins ablöschen und einkochen lassen. Dann den restlichen Wein und den Rinderfond angießen. Lorbeer, Senfkörner, Nelken, Piment und Pfeffer zugeben, die Rouladen wieder einlegen, den Deckel schließen und alles bei sanfter Hitze etwa 90 Minuten schmoren lassen.
- Für die Knödel die mehligkochenden Kartoffeln schälen, würfeln und in Salzwasser weich kochen. Abgießen und vollständig ausdampfen lassen, dann fein stampfen oder durch eine Kartoffelpresse drücken.
- Die festkochenden Kartoffeln roh schälen, fein reiben und gut ausdrücken. Die Masse unter die warmen Kartoffeln mischen, Eigelb, Kartoffelstärke, Salz und Muskat unterarbeiten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
- Die alten Semmeln in kleine Würfel schneiden und in Butter goldbraun braten. Zum Schluss die Petersilie unterheben und leicht salzen. In Franken heißen diese Croutons übrigens liebevoll Gläißbräggerla.
- Aus dem Knödelteig Portionen abnehmen, flach drücken, einige Gläißbräggerla in die Mitte geben, verschließen und zu runden Knödeln formen. In siedendem Salzwasser etwa 20 Minuten ziehen lassen.
- Die Rouladen aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Schmorsud durch ein Sieb passieren, abschmecken und mit einem Schuss Sojasoße abrunden. Mit Xanthan oder einem anderen Bindemittel auf die gewünschte Konsistenz bringen.
- Rouladen mit reichlich Soße servieren, die Knödel dazugeben und nach Belieben mit Rotkohl kombinieren.
Notizen
- Tipp: Rouladen schmecken am nächsten Tag fast noch besser!
