Diese Krapfen haben mit dem zuckrigen Einheitsgebäck aus vielen Bäckereiketten herzlich wenig zu tun. Sie sind nicht einfach nur süß und schon gar nicht trocken.
Stattdessen steckt hier ein klassischer, reichhaltiger Hefeteig drin, der Zeit bekommt, Aroma zu entwickeln und später genau das liefert, was ich mir von einem richtig guten Krapfen wünsche. Eine weiche, wattige Krume, eine zarte Kruste und ein Geschmack, der nicht vom Zucker allein lebt.

Durch das viele Eigelb, echte Vanille und Zitronenabrieb wird der Teig saftig und rund im Aroma. Die lange Gare sorgt für Leichtigkeit und den typischen hellen Ring beim Ausbacken. Gefüllt werden die Krapfen mit Johannisbeermarmelade, die bewusst etwas Säure mitbringt und die Süße ausbalanciert. Genau das macht für mich den Unterschied.
Ja, Krapfen sind nichts für jeden Tag. Müssen sie auch nicht. Dafür dürfen sie genau dann glänzen, wenn man sich etwas gönnen möchte. Und wenn schon, dann bitte richtig.
#gobigorgohome 😉
Fluffige Krapfen mit Johannisbeermarmelade
Gang: Kuchen, KaffeetafelKüche: Fränkisch, Deutsch14
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StundenZutaten
- Für den Hefeteig
220 g Vollmilch, Raumtemperatur
520 g Weizenmehl Type 405
30 g Zucker
20 g Frischhefe
75 g Butter, Raumtemperatur
6 g Salz
1 Vanilleschote
½ Zitrone, Abrieb
4 Eigelbe
- Außerdem
Frittieröl
250 g Johannisbeermarmelade
200 g Zucker, zum Wälzen
3 TL Zimt, zum Wälzen
Anweisungen
- Alle Zutaten für den Hefeteig kommen nacheinander in die Schüssel der Küchenmaschine. Mit dem Knethaken zuerst auf niedriger Stufe mischen, bis sich alles zu einem groben Teig verbunden hat.
- Dann die Geschwindigkeit erhöhen und den Teig etwa 10 Minuten auskneten. Ziel ist ein glatter, elastischer Teig, der nicht mehr klebt und beim Ziehen nicht reißt. Ein guter Test dafür ist die sogenannte Fensterprobe: Dafür ein kleines Stück Teig zwischen den Fingern vorsichtig auseinanderziehen. Lässt er sich so dünn ausziehen, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen, ist er perfekt ausgeknetet.
- Den Teig aus der Schüssel nehmen, kurz mit den Händen zu einer schönen Kugel formen und wieder zurück in die Schüssel legen.
- Die Schüssel abdecken und den Teig bei Raumtemperatur etwa 30 Minuten ruhen lassen. Er soll sich entspannen, nicht zwingend schon stark aufgehen.
- Den Teig anschließend in Portionen zu je 60 g teilen. Für jeden Teigling ein Stück Backpapier vorbereiten, jeweils etwas größer als die Teigkugel selbst.
- Die Teigportionen zu glatten Kugeln formen und mit dem Verschluss nach unten auf die Backpapierquadrate setzen. Zwischen den Teiglingen genug Abstand lassen, sie brauchen Platz zum Wachsen.
- Die Teiglinge locker abdecken und bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sie deutlich an Volumen zugelegt haben und ungefähr doppelt so groß sind. Je nach Temperatur kann das 2 bis 4 Stunden dauern. Wärme beschleunigt den Prozess, Geduld zahlt sich aus.
- In einer großen Pfanne oder Fritteuse ausreichend Öl auf 170 bis 180 Grad erhitzen. Das Öl sollte heiß genug sein, damit die Krapfen sofort aufgehen, aber nicht so heiß, dass sie zu schnell bräunen.
- Die aufgegangenen Teiglinge vorsichtig mit dem Backpapier nach oben ins heiße Öl setzen. Nach ein paar Sekunden lässt sich das Backpapier ganz einfach mit einer Zange abziehen.
- Die Krapfen auf jeder Seite etwa 2 bis 3 Minuten goldgelb frittieren. Zum Wenden eignet sich ein Schaschlikspieß besonders gut, weil er den Teig nicht eindrückt.
- Die fertigen Krapfen mit einer Schaumkelle aus dem Öl nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Die Johannisbeermarmelade in einen Spritzbeutel mit einer Lochtülle Größe 4 oder 5 füllen und seitlich in den hellen Rand der Krapfen spritzen. Für ein gleichmäßiges Ergebnis sind etwa 15 g Füllung pro Krapfen ideal. Wer mag, kann vor und nach dem Füllen kurz nachwiegen.

- Zucker und Zimt mischen und die noch warmen, gefüllten Krapfen darin wälzen, bis sie rundum schön überzogen sind.
- Am besten schmecken die Krapfen frisch. Am selben Tag sind sie perfekt, am nächsten noch gut, danach eher Theorie.
