Ein Löffel voller Kindheit: Tagliatelle mit Bolognese

Jeder von uns hat doch irgendwo dieses eine Kinderfoto, das in etwa so aussieht: Kleinkind, im Hochstuhl. Das gesamte Gesicht, die Hände, der Hochstuhl und ungefähr alles andere im Umkreis von einem Meter ist rot und voller Bolognese. Kaum ein Gericht hat so viel Kindheit und Emotion in sich wie Spaghetti Bolognese.

Ein Löffel voller Kindheit: Tagliatelle mit Bolognese

Zwischen meinem Kindheitsfoto und heute liegen nun schon ein paar Jahre (😉) und inzwischen wurden die Spaghetti durch Tagliatelle ersetzt. Der Grund ist einfach: Mehr Oberfläche = mehr Platz für Sauce = mehr Geschmack.

Und genau hier beginnt das Geheimnis der Sauce: das Soffritto. Zwiebeln, Karotten und Sellerie werden fein gehackt und langsam in Butter und Olivenöl gedünstet, bis sie weich, aromatisch und geradezu süßlich werden. Dieser Schritt braucht Zeit und Geduld – mindestens 30 Minuten –, aber er ist die Seele jeder richtig guten Bolognese. Erst wenn das Gemüse diese sanfte Basis bildet, bekommt die Sauce ihre Tiefe und ihren Charakter. Danach geht es ans Anbraten des Hackfleischs, das Ablöschen mit einem guten Schuss Weißwein, das Hinzufügen von Milch und den San-Marzano-Tomaten – alles Schritte, die zusammen mit dem Soffritto eine cremige, aromatische Sauce ergeben, die perfekt an den Tagliatelle haftet. Und dann heißt es: langsam köcheln lassen, viel rühren und geduldig sein, bis die Aromen verschmolzen und die Sauce samtig ist.

Also, Bock auf ein bisschen Kindheitserinnerung?

Hier geht’s zum kompletten Rezept für Tagliatelle mit Bolognese! 👇

Tagliatelle mit Bolognese

Rezept von AnjaGang: HauptgangKüche: Italienisch
Portionen

5

Portionen
Zubereitungszeit

1

Stunde 
Kochzeit

5

Stunden 
Gesamtzeit

6

Stunden 

Zutaten

  • 1 kg Rinderhackfleisch

  • 600 g Tagliatelle

  • 250–500 ml Milch

  • 1 ½ Dosen San Marzano Tomaten (à 400 g)

  • 150 g Butter

  • 2 Karotten

  • 3 Stangen Staudensellerie

  • 2 große weiße Zwiebeln

  • 5 Knoblauchzehen, in Scheiben

  • 1 Schuss Weißwein

  • Etwas Olivenöl

  • Etwas Butterschmalz

  • Salz

  • Frisch gemahlene Mélange Noir (alternativ schwarzer Pfeffer)

  • Geflügelbrühe (nach Bedarf)

  • Sojasauce (nach Bedarf)

Anweisungen

  • Zuerst schnappen wir uns Zwiebeln, Möhren und Sellerie und würfeln sie fein. Dieses Trio ist das das Soffritto, also das Herz der Sauce – je kleiner die Würfel, desto harmonischer später der Geschmack.
  • Butter und ein Schuss Olivenöl in einem großen Topf und wie ich in einer hohen Pfanne bei niedriger Hitze schmelzen, das Gemüse dazugeben und mindestens 30 Minuten sanft dünsten, bis alles schön weich und glasig ist. Geduldig bleiben, das ist die Basis für das volle Aroma.
  • Gemüse beiseitestellen. Jetzt einen großen Topf aufstellen, in dem wir bis zum Schluss fertigkochen. Ich nutze dafür immer einen großen Bräter aus Gusseisen. Der Topf ist ideal für langes Schmoren und Köcheln, da die Hitze gleichmäßig von allen Seiten kommt.
  • Das Hackfleisch in Butterschmalz bei starker Hitze scharf anbraten, bis es richtig schön braun wird und Röstaromen entwickelt.
    Tipp bei kleineren Töpfen: Lieber in Portionen braten, sonst wird das Hackfleisch eher gekocht als gebraten.
  • Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und den Bratensatz vom Topfboden lösen – das gibt später noch extra Geschmack.
  • Milch nach und nach unterrühren, 250–500 ml je nach gewünschter Cremigkeit. Sie macht die Sauce mild und rund und fängt die Säure der Tomaten ab.
  • Die San-Marzano-Tomaten samt Saft dazugeben, kurz aufkochen lassen undl leicht zerdrücken, damit alles schön gleichmäßig wird.
  • Das zuvor gegarte Gemüse zurück in den Topf geben und alles gründlich vermengen. Jetzt riecht es schon richtig nach italienischer Küche.
  • Die Sauce bei sehr niedriger Hitze mindestens 2, besser 5 Stunden offen köcheln lassen. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf ein bisschen Geflügelbrühe hinzufügen, damit nichts anbrennt. Je länger sie köchelt, desto runder werden die Aromen.
  • Nach dem Kochen am besten über Nacht ruhen lassen. Am nächsten Tag schmeckt die Bolognese noch intensiver!
  • Tagliatelle al dente kochen, abgießen und großzügig mit der Sauce servieren. Wer mag, streut noch etwas Parmesan darüber und garniert mit Kräutern oder Microgreens aus.
  • Zurücklehnen, genießen und vielleicht ein bisschen in Kindheitserinnerungen schwelgen!

Notizen

  • Tipp: Die Bolognese lässt sich sehr gut portionsweise einfrieren. Ich mache immer direkt die doppelte Menge und friere es dann in kleineren Portionen ein.

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