Cavatelli gehören zu den Pastasorten, die mit erstaunlich wenigen Zutaten auskommen. Hartweizengrieß, Wasser und etwas Zeit reichen aus, um eine Form zu schaffen, die funktional und charakterstark zugleich ist. Ihren Ursprung haben sie in Süditalien, vor allem in Molise, Apulien und Kalabrien, wo Pasta traditionell von Hand geformt wurde und vor allem eines können musste: Sauce aufnehmen. Genau dafür sorgen die typischen Rillen, die beim Abrollen des Teigs entstehen. Sie geben der Oberfläche Struktur und machen Cavatelli zu idealen Begleitern für cremige Saucen.
Die Herstellung ist bewusst langsam und handwerklich. Kleine Teigstücke werden einzeln geformt, immer mit derselben Bewegung, bis sich die charakteristische Form einstellt. Das braucht ein wenig Übung, ist aber technisch einfach und sehr meditativ. Gerade weil nichts ausgestanzt oder geschnitten wird, entsteht eine Pasta mit Persönlichkeit und leichtem Unikat-Charakter.
Die Kombination aus Gorgonzola Dolce, Nussbutter, Haselnüssen und Kapern klingt zunächst üppig, bleibt aber erstaunlich ausgewogen. Die milde Cremigkeit des Käses wird durch die Frische der Kapern gebrochen, während Nussbutter und Haselnüsse Tiefe geben, ohne zu beschweren. Zitronenabrieb sorgt für Spannung und Leichtigkeit. So entsteht ein Pastagericht, das aromatisch dicht ist, aber trotzdem klar und nicht schwer wirkt.
Cavatelli mit Gorgonzola-Sauce, Haselnuss-Nussbutter und knusprigen Kapern
Gang: HauptspeiseKüche: Italienisch3
Portionen1
Stunde30
Minuten1
Stunde2
Stunden30
MinutenZutaten
- Für den Pasta Teig
300 g Semola rimacinata
150 ml warmes Wasser
- Für das Haselnuss-Nussbutter-Topping
100 g Butter
80 g Haselnüsse, ganz
- Für das Kapern-Topping
2 EL Kapern (aus dem Glas)
250 ml Sonnenblumen- oder Rapsöl, zum Frittieren
- Für die Gorgonzola Sauce
35 g Butter
1 Bund Salbei
2 Knoblauchzehen, angedrückt
150 ml Geflügelfond, idealerweise dunkel
250 g Gorgonzola Dolce
ca. 100 ml Milch
Abrieb einer halben Zitrone
50 g Parmigiano Reggiano, fein gerieben
Pfeffer, z. B. roter Kampot Pfeffer, frisch gemörsert
Salz
Anweisungen
- Bereite den Pastateig aus Semola und warmem Wasser nach dem Grundrezept zu, wickle ihn luftdicht ein und lasse ihn mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen. Das Ruhen ist wichtig, damit der Teig geschmeidig wird und sich später gut formen lässt.

- Schneide 1/3 des Teiges ab und forme zunächst eine fingerdicke Rolle. Halte den restlichen Teig immer gut abgedeckt, damit er nicht austrocknet.
- Schneide die Rolle in kleine Stücke von etwa 1 bis 1,5 cm Länge. Die Größe kannst du anpassen, wichtig ist nur, dass alle Stücke ähnlich groß sind, damit sie gleichmäßig garen.
- Lege ein Teigstück auf ein Gnocchibrett oder alternativ auf die Rückseite einer Gabel. Drücke mit der Daumenkante leicht hinein und rolle den Teig dabei von dir weg. So entsteht die typische Mulde, in der sich später die Sauce sammelt.

- Lege die fertigen Cavatelli auf eine leicht bemehlte Fläche, ein Holzbrett oder einen Trockenrahmen für Pasta. Verfahre so weiter bis der Teig aufgebraucht ist.

- Heize den Backofen auf 200 Grad Ober Unterhitze vor. Verteile die Haselnüsse auf einem Blech und röste sie etwa 10 Minuten, bis sie aromatisch duften. Lasse sie abkühlen, reibe dann die Schalen in einem Küchentuch ab und hacke die Nüsse grob.
- Erhitze die Butter für das Haselnuss-Topping in einer Pfanne bei mittlerer Hitze. Gib die Haselnüsse dazu und lasse die Butter unter ständigem Schwenken bräunen. Sobald sie nussig riecht und goldbraun ist, ziehe sie sofort vom Herd und stelle sie beiseite.
Tipp: Bleib dabei, Nussbutter wird schneller dunkel als man denkt. - upfe die Kapern gründlich auf Küchenpapier trocken. Erhitze das Öl in einem kleinen Topf auf etwa 170 Grad. Frittiere die Kapern rund 60 Sekunden, bis sie aufspringen und knusprig sind. Lasse sie auf Küchenpapier abtropfen und salze sie leicht.
- Schmelze für die Sauce die Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze. Gib Salbei und Knoblauch dazu und lasse alles sanft brutzeln, bis es intensiv duftet. Nimm die Salbeiblätter heraus, lasse sie auf Küchenpapier abtropfen und salze sie leicht.
- Gieße den Geflügelfond in die Pfanne und lasse ihn etwas einreduzieren. Entferne anschließend den Knoblauch. Schneide den Gorgonzola in kleinere Stücke und gib ihn zusammen mit etwa 50 ml Milch in die Pfanne. Rühre, bis der Käse vollständig geschmolzen ist. Gib bei Bedarf schluckweise mehr Milch dazu, bis die Sauce cremig ist.
- Setze währenddessen einen großen Topf mit Salzwasser auf und koche die Cavatelli, bis sie al dente sind. Frische Pasta braucht meist nur wenige Minuten. Wenn deine Cavatelli etwas größer sind, solltest du mindestens mit 10 Minuten planen. Um den perfekten Garpunkt zu bekommen, empfehle ich dir ab 5 Minuten immer mal wieder eine Probe zu nehmen. Die Cavatelli dürfen noch etwas fester sein, sollten aber nicht unangenehm an den Zähnen kleben bleiben.
- Verfeinere die Sauce mit Zitronenabrieb und Pfeffer. Hebe die Pasta direkt aus dem Wasser in die Sauce, gib den Parmesan dazu und schwenke alles gründlich, bis sich Sauce und Pasta verbunden haben. Probiere an diesem Punkt, ob du noch nachsalzen musst.
- Richte die Cavatelli auf vorgewärmten Tellern an, löffle die Haselnuss-Nussbutter darüber und toppe alles mit frittierten Kapern, Haselnüssen und den knusprigen Salbeiblättern. Sofort servieren.

